Erfahrungsbericht

© Sebastian Gartner
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von Sebastian Gartner Hospitation Spitex Zürich Limmat, Schweiz

Vom 07. bis 09.10.2020 hospitierte Sebastian Gartner bei Spitex Zürich Limmat in der Schweiz. Sein Aufenthalt wurde durch das Programm „Care for Chronic Condition (CfCC)“ der Robert Bosch Stiftung vermittelt und gefördert. Er wollte einen Einblick gewinnen, wie chronisch und mehrfach erkrankte Menschen in Zeiten der Coronavirus Pandemie gut versorgt werden können.  

HospitationAmbulante Pflege in Pandemiezeiten

Ausgangssituation, Fragestellung und Ziel
Meine Arbeit in einer kirchlichen Sozialstation gestaltet sich bei der Versorgung chronisch Erkrankter und Multimorbider teilweise sehr schwierig. Daher meine Motivation, beim CfCC-Programm mitzumachen, um schauen zu können, wie ein anderer Pflegedienst, in meinem Fall die Spitex Zürich Limmat, diese Situation meistert – und zwar unter pandemischen Bedingungen. Nebenbei interessierte mich auch der pflegerische Ansatz, den dieser Pflegedienst verfolgte: Buurtzorg. Meine zentralen Fragen lauteten: Wie gestaltet sich dort die Versorgung der oben benannten Personengruppe, speziell unter pandemischen Bedingungen? Welche Strukturen sind dabei hilfreich, welche hinderlich? Was kann auf meinen Arbeitgeber transferiert werden? Das Ziel ist die verbesserte Versorgung chronisch Erkrankter und Multimorbider in unserem Pflegealltag mit einfachen Tools und Kniffen. 

Art und Ablauf der Bildungsmaßnahme
Diese Hospitation musste spontan und ad hoc organisiert und durchgeführt werden – immer mit COVID-19 im Hinterkopf. Drei Tage dauerte diese Maßnahme und verlief sehr strukturiert, sodass immer ein reibungsloser Tagesablauf sichergestellt war. Es fand genauso eine allgemeine Einführung durch Frau Karabegovic wie auch Kundenbesuche oder Team-Besprechungen unter Leitung verschiedener Advanced Practice Nurses statt. Es bestand immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. 

Ergebnisse der Bildungsmaßnahme
Das wohl tiefgehendste Ergebnis der Bildungsmaßnahme war, dass ich gelernt habe, einen Schritt zurück zu treten und zu reflektieren, wie man ein vorhandenes Problem lösen kann. Zentral waren dabei stets die Punkte, wo genau das Problem liegt und wie man es lösen kann. Vor allen Dingen der letzte Punkt ist zentral, denn hier geht es nicht um die Frage: Was oder wer war Auslöser des Problems? Sondern: Wie kann es gelöst werden? Was kann besser gemacht werden, dass das Problem nicht mehr auftaucht? 
Genau dies benötigt es insbesondere bei der Versorgung chronisch Erkrankter und Multimorbider, gerade im ambulanten Bereich: Analyse und Zielsetzung. Daraus leiten sich dann auch Maßnahmen ab, die auf die Bedürfnisse des Erkrankten zugeschnitten sind. Der Transfer der in Zürich gewonnenen Erkenntnisse in meinen Arbeitsalltag gestaltete sich schwierig, da in Zürich ja unter anderem auch andere Voraussetzungen herrschen. 
So konnte ich bisher leider auch nicht meinen Aufenthalt vor dem Team präsentieren, da derzeit keine Teamsitzungen aufgrund der Pandemie stattfinden. Es ist aber ein Screencast geplant, bei welchem ich meinem Team meine Ergebnisse präsentiere. Dennoch konnte ich erste Maßnahmen in meinem Pflegealltag ergreifen, um die Versorgung chronisch Erkrankter und Multimorbider zu verbessern. Insbesondere habe ich da bei einem ganz konkreten Menschen ansetzen können. Die häusliche Situation erforderte es, dass ich als Bezugspfleger möglichst alle pflegerischen Maßnahmen bündele und koordiniere und das unter pandemischen Bedingungen. Eine Grundanalyse wurde durchgeführt, erste Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, welche immer wieder wieder überprüft und angepasst werden.

Fazit
Es war für mich eine absolut bereichernde Erfahrung, teilnehmender Gast bei der Spitex Zürich Limmat zu sein. Dies Zeit möchte ich keinesfalls mehr missen, weil ich sehr viel dazu gelernt habe – auch über mich selbst in meinem Pflegealltag. Ich habe gelernt, in meinem Pflegealltag lieber auch mal einen Schritt zurück zu treten, um so die Gesamtsituation besser analysieren zu können, um so optimale Lösungen für meine Klienten finden zu können.

Autor
Sebastian Gartner, Altenpfleger

Datum der Veröffentlichung
04.12.2020

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